Einleitung

Diese Dokumentation behandelt die Installation und Konfiguration des Distributed File Systems unter Windows Server 2008 R2 SP1.
Achtung: Zu beachten gilt, dass sich diese Dokumentation nicht mit der Installation des Server Betriebssystems oder der benötigten Konfiguration des Active Directory und DNS Server befassen wird. Es wird ausschließlich auf die Installation und Konfiguration des Distributed File Systems eingegangen.

Definition Distributed File System (DFS)

Das Distributed File System, auf Deutsch „Verteiltes Datei System“, ermöglicht im Rechnernetz verteilte Verzeichnisse zu Verzeichnisstrukturen zusammenzustellen.
Mit DFS werden nicht nur WAN-freundliche (Wide Area Network) Replikation ermöglicht, sondern auch die Bereitstellung geografisch verteilter Dateien über eine einzige geschlossene Struktur. DFS enthält zwei Technologien: zum einen den DFS–Namespace und die DFS–Replikation. In den folgenden Kapiteln wird näher darauf eingegangen.

DFS – Namespace

DFS-Namespace: Mithilfe von DFS-Namespace können freigegebene Ordner, die sich auf verschiedenen Servern befinden, in einen oder mehrere Namespaces gruppieren lassen.
Ein DFS–Namespace ist eine virtuelle Sicht auf die freigegebenen Ordner.
Beim Einrichten eines Namespaces gibt es zwei Möglichkeiten:

Domänenbasierter DFS- Namespace:

  • Voraussetzung eines Active Directory
  • Wird über die Domäne angesprochen
    \\domäne\Stammname
  • Ein Domänen basierter DFS-Namespace speichert seine Konfigurationsinformationen im Active Direktory.
  • Hat außerdem den Vorteil der Redundanz

Redundanz Beispiel: Server A besitzt den freigegebenen Ordner „Freigabe1“ und Server B besitzt ebenfalls den freigegebenen Ordner „Freigabe1“. Wird jetzt auf die Freigabe mit dem Befehl:

\\domäne\freigabe1

zugegriffen, verbindet sich der Benutzer mit einer der beiden Freigaben, weiß aber nicht auf welchem Server sich diese befindet.

Eigenständiger Namespace:

  • Ein eigenständiger Namespace wird über den Servername angesprochen
    \\Server\Stammname
  • Zugriff auf die Freigabe durch: >code>\\Servername oder IP\Stammname</code>
  • Fehlende Redundanz, da direkt auf die Share über den Stammname zugegriffen wird

DFS-Replikation

DFS-Replikation: Replikation bedeutet einfach ausgedrückt „übertragen“ oder „abgleichen“. Mit dem DFS Replikationsmodul können demnach mehrere Ordner, zwischen mehreren Servern über Netzwerkverbindung mit begrenzter Bandbreite fortlaufend synchronisiert werden.
Voraussetzung ist, dass sich bei einer Replikation zwischen zwei Servern, die sich in unterschiedlichen Domänen befinden, in der gleichen Gesamtstruktur befinden müssen. Beispiel:

Domäne 1 	            Domäne 2
Mannheim.de             Karlsruhe.de

Beide Domänen in einer Gesamtstruktur:
Domäne 2 wird in die vorhandene Gesamtstruktur von Domäne 1 hinzugefügt:

Karlsruhe.Mannheim.de

Installation DFS

Die Installation des DFS Rollendienstes erfolgt im Servermanager unter File Services, hier auf den Button „neue Rolle hinzufügen“ klicken. Folgende Pakete werden benötigt und installiert:

  • Distributed File Service
  • DFS Namespace
  • DFS Replication

Danach öffnet sich der Installationsassistent, indem folgende Punkte durchgearbeitet werden:
Erstellen eines Namespace:
Hier wird der Name des später benötigten Namespaces eingetragen.

Namespacetyp:
Hier werden zwei Typen angeboten: Domänenbasierter Namespace oder Eigenständiger Namespace. Die Vor- und Nachteile der jeweiligen Namespace Typen wurden im vorherigen Kapitel angesprochen.

Namespacekonfiguration:
Auf den Button „Hinzufügen“ klicken, um einen neuen Ordner hinzuzufügen.
Würden im Laufe des Installationsassistenten keine der beschriebenen Einstellungen vorgenommen, kann dies später in der DFS-Verwaltung korrigiert werden.

Replikation eines freigegebenen Ordners

Achtung: Für eine erfolgreiche Replikation zwischen zwei Servern, die sich jeweils in unterschiedlichen Domänen befinden, müssen sich die Domänen in der gleichen Gesamtstruktur befinden. Das DFS – Modul muss ebenfalls auf beiden Servern installiert sein.

Replikation eines freigegeben Ordners konfigurieren:
In der DFS – Verwaltung auf den Punkt Replikation klicken, neue Replikationsgruppe auswählen.
Dadürch öffnet sich der Installationsassistent:

Gruppentyp:
Hier wird entschieden, was für eine Gruppe angelegt werden soll. Multipurpose Replication Group:

  • Mit dieser Option konfiguriert die Replikation zwischen zwei oder mehreren Servern, z. B. für Veröffentlichung, Content Sharing und andere Szenarien.

Replications Group for Data collections:

  • Mit dieser Option wird die Replikation die zwischen zwei Servern und einem Hub-Server (Ziel) konfiguriert. Dies ermöglicht das zentrale Sammeln von Daten auf dem Hub-Server.

Nachdem ein Gruppentyp ausgewählt wurde, muss auf den „weiter“ Button geklickt werden.

Domain und Name der Gruppe:

  • Als nächstes wird der Name und die Domain für die Gruppe festgelegt.
  • Danach können die Mitglieder der Replikation ausgewählt werden [→ z. B. Server1 und Server2]

Struktur Auswahl:
Hier wird die Struktur der Replikation angeboten.

  • Full Mesh Replikation: Hier repliziert jeder mit jedem
  • Keine Struktur: Benutzerdefiniert

Replikationsgruppe, Zeitplan und Bandbreite:
in diesem Punkt können allgemeine Konfigurationen zu den Zeiten und der Bandbreite der Replikation definiert werden.

Primary Member:
Hier wird der Server angegeben, der den Ordner replizieren will.

Ordner die Repliziert werden:
Hier werden die zu replizierenden Ordner hinzugefügt.

→Danach werden die Einstellungen des Installationsassistenten nochmals geprüft und die Replikation wird erstellt.

 
 distributed_file_system_dfs.txt · Zuletzt geändert: 2014/03/04 18:06 (Externe Bearbeitung)
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